Neu in der Führungsrolle: die ersten Monate

Die meisten Menschen werden Führungskraft, weil sie fachlich gut waren. Am ersten Tag in der neuen Rolle hilft das am wenigsten. Die Aufgabe hat gewechselt, die Erwartungen auch, und beides sagt niemand laut.

Was sich ändert

Ihr Ergebnis entsteht ab jetzt durch andere. Fachlich selbst zu liefern fühlt sich gut an und ist meistens die falsche Wahl, weil es die Zeit kostet, die für Gespräche, Klärung und Entscheidungen fehlt.

Dazu kommt die Rollenänderung im Umfeld. Gestern waren Sie Teil des Teams, heute führen Sie es. Vertrautheit bleibt, die Rolle verschiebt sich, und die Runde beobachtet aufmerksam, wie Sie damit umgehen.

Worauf es am Anfang ankommt

  • Mit jeder Person einzeln sprechen, bevor Sie etwas verändern
  • Fragen, was gut läuft und aus Sicht der Person bleiben soll
  • Die eigenen Erwartungen aussprechen, auch die unbequemen
  • Eine erste sichtbare Entscheidung treffen und begründen
  • Sich einen Ort außerhalb des Teams suchen, an dem Sie laut denken können

Die typischen Fallen

  • Alles beim Alten lassen, um niemanden vor den Kopf zu stoßen
  • In den ersten Wochen zu viel verändern, um Handlungsfähigkeit zu zeigen
  • Weiter fachlich mitarbeiten und Führung nebenbei erledigen
  • Konflikte aussitzen, die vor Ihrer Zeit begonnen haben
  • Nähe zu einzelnen Personen aus der alten Zeit unverändert weiterführen

Führen ohne disziplinarische Verantwortung

Vieles davon gilt genauso für Rollen ohne Weisungsrecht, etwa in Projekten oder in fachlicher Führung. Dort kommt eine Frage dazu: Woraus entsteht Ihre Wirkung, wenn Sie nichts anordnen können. Die Antwort liegt in Klarheit über Ziele, in verlässlichen Absprachen und in der Fähigkeit, Erwartungen offen zu verhandeln.

Wie wir daran arbeiten

Für neue Führungskräfte passt entweder ein Training in der Gruppe, in dem alle am selben Punkt stehen, oder ein Coaching über die ersten Monate. Häufig ist die Kombination sinnvoll: das Training für das Handwerk, das Coaching für die eigenen Situationen.

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